Die Ichthyosaurier – griechisch für „Fischechsen“, zusammengesetzt aus ichthys (Fisch) und sauros (Echse) – gehören zu den faszinierendsten Reptilien der Erdgeschichte. Das übergeordnete Taxon Ichthyopterygia wurde bereits 1840 von dem berühmten englischen Biologen und Paläontologen Sir Richard Owen aufgestellt.
At this point in time, finds of Ornithischia and Saurischia (Dinosauria) were still completely unknown. Finds of ichthyosaurs initially puzzled the scientific world because many features of these fossil organisms were reminiscent of land vertebrates. Some researchers saw them as fish, others viewed them as amphibians or even classified them as marine mammals.
Als Bernhard Hauff, der der Pionier der Präparation von Holzmaden-Fossilien, 1892 erstmals den "Hautschatten" eines Ichthyosauriers präparierte, gelang ihm erstmals der Nachweis fossiler Überreste von Weichgewebe ("Hauterhaltung"). Damit begann der Siegeszug der Holzmaden-Fossilien weltweit in die Museen. Auch wenn die „goldenen“ Zeiten des manuellen Abbaus vorbei sind und nur noch vereinzelt Funde gemacht werden, hat diese klassische Fossillagerstätte nichts von ihrer Attraktivität eingebüßt.
Vorsicht vor Fakes!
Der Handel mit Fischsauriern aus dem Posidonienschiefer um Holzmaden bei Stuttgart blüht seit nunmehr fast 300 Jahren. Seitdem kursieren Fälschungen und Fakes von Ichthyosauriern. Besonders beliebt und bei Wissenschaftlern gefürchtet sind sogenannte "Komposite", aus mehreren (unvollständig gefundenen) Exemplare zusammengesetzte Ichthyosaurier.
So berichtet Dean R. Lomax von der University of Manchester
Über 20 Ichthyosaurus-Exemplare aus dem 17. und 19. Jahrhundert wurden aufgrund von künstlichen Körperteilen falsch identifiziert. Eine Reihe von delfinähnlichen Meeresreptilien namens Ichthyosaurier, die im späten 17. bis frühen 18. Jahrhundert entdeckt wurden, wurden mit vertauschten Körperteilen gesichtet, was wahrscheinlich ein Versuch war, sie für die Ausstellung attraktiver zu machen. Diese alte Praxis hat zu mehreren Fällen von Verwechslungen geführt.
Auch renommierte Präparatoren, wie der Pionier Bernhard Hauff, scheuten vor Kompositen nicht zurück und gaben mit den von ihnen geschaffenen "Wolpertingern" Anlass für vermeintlich neu beschriebene Gattungen und Arten. STÖHR & WERNEBURG (2022) geben einen kritischen Einblick in die Bestände der Paläontologischen Sammlung Tübingen:
Eine Reihe von fünf Präparaten muss erwähnt werden, denn sie verdeutlichen, wie wichtig es ist, die (meist außergewöhnlichen) Präparate von BERNHARD HAUFF genau zu überprüfen, um festzustellen, welche Elemente der Präparate tatsächlich zu dem betreffenden Präparat gehören oder nicht (v. Huene 1922a): Mehrere Elemente lassen sich eindeutig dem Hauptexemplar zuordnen; Allerdings ist die Zuordnung einzelner Elemente hinsichtlich der taxonomischen und sogar anatomischen Identität zweifelhaft. In einigen Fällen wurde das Fossilmaterial während des Aufbereitungsprozesses beschädigt oder vollständig entfernt. Eine damals typische Methode war ein intarsienbasiertes Verfahren. Kunstharzzwischenräume (z. B. „Kitt aus Magnesit und Wasserglas, künstlich schwarz gefärbt“; Brief vom 20.12.1927) reihen das Fossilmaterial eng aneinander und verdecken die Einfügung von Sedimentplatten, die das Originalexemplar umgeben. In entscheidenden Fällen gehören auch Knochenteile nicht zum Originalexemplar und Färbungen der Sedimente verwischen die Unterschiede. Diese Situation ist besonders problematisch, wenn Typenmaterial ohne detaillierte vorbereitende Dokumentation beschrieben wird.
Kein Einzelfall. Bereits 2002 berichtete The Guardian von einem Fake-Ichthyosaurier:
116 Jahre lang schmückte es die Hallen des National Museum of Wales in Cardiff – das versteinerte Skelett eines 200 Meter alten Raubtiers, das einst durch die Jura-Meere kreuzte. Es überlebte die Forschung von Wissenschaftlern, die Charles Darwin kannten, und Richard Owen, dem viktorianischen Gelehrten. Es überlebte Revolutionen in der Paläontologie, Auseinandersetzungen über die Evolution und Skandale in der Welt der Fossilien. Dann kamen die Kuratoren in Cardiff zu dem Schluss, dass die Überreste des Ichthyosaurus einer Auffrischung bedürfen – und stellten fest, dass sie nachgebildet worden waren. „Als wir fünf Schichten Farbe abzogen, stellten wir fest, dass es sich um eine aufwändige Fälschung handelte“, sagte Caroline Buttler, Restauratorin. „Es war eine Mischung aus zwei Arten von Ichthyosaurus und einem cleveren Versuch, Teile nachzuahmen.“ Es wird nun als Beispiel einer Fälschung wieder zur Schau gestellt.
Vertrauen ist gut, ein Gutachten noch besser.
In den letzten Jahrzehnten sind die präparatorischen Möglichkeiten, natürliche Fehlstellen und Defekte zu verschleiern und stattdessen den (vor allem internationalen) Markt mit ästhetisch perfekt anmutenden Exponaten zu bedienen, weiter vorangeschritten.
Zur Klarstellung: Solange Restaurationen als solche (ggf. auf Nachfrage) kenntlich gemacht werden, ist nichts zu beanstanden. Problematisch wird es, wenn die Information des Präparators beim Kauf durch einen Sammler bzw. Kunden, in der Regel über Zwischenhändler "verloren" geht.
Weitergehende Informationen zu Holzmaden-Fossilien im Echtheitstest finden Sie hier.
Als unabhängiger Sachverständiger empfehle ich Ihnen eine Expertise. Egal, ob der Fischsaurier auf einer Messe, einer Auktion oder von einem Händler angeboten wird: Als Käufer gibt sie Ihnen Gewissheit über Echtheit und Umfang etwaiger Restaurationen eines Ichthyosauriers. Als Verkäufer erhalten Sie eine marktkonforme Wertermittlung und ein objektives Gutachten, welches den Käufer vor Überraschungen Sie vor etwaigen Ansprüchen schützt.
Obwohl diese Urzeit-Räuber perfekt an das Leben im offenen Meer angepasst waren, stammten sie nachweislich von landlebenden Reptilien ab und entwickelten sich nicht aus einer bereits im Wasser heimischen Saurierart. Fundstellen wie Holzmaden liefern weltweit die besterhaltenen Skelette dieser marinen Jäger, die oft sogar mit fossilen Weichteilen oder ungeborenen Jungtieren im Mutterleib entdeckt werden. Heute sind diese spektakulären Exponate absolute Highlights in Museen und privaten Sammlungen weltweit.
Die evolutionäre Erfolgsgeschichte der Ichthyosaurier verlief in einem atemberaubenden Tempo: Von der frühen bis zum Ende der Trias vor etwa 201 Millionen Jahren entwickelten sie sich explosionsartig zu den ersten Riesen der Ozeane. Zum Vergleich: Moderne Wale benötigten für ihren Weg zu den Titanen der Meere mit rund 50 Millionen Jahren deutlich mehr Zeit. Im darauffolgenden Jura (vor 201–145 Millionen Jahren) verloren die Ichthyosaurier jedoch ihre unangefochtene Spitzenposition als alleinige Herrscher der Meere an andere aufstrebende Meeresreptilien wie Plesiosaurier und Pliosaurier. Ihr endgültiger Untergang in der Mittelkreide vor ca. 90 Millionen Jahren gibt der Wissenschaft bis heute Rätsel auf. Als eine der wahrscheinlichsten Ursachen gilt das zeitgleiche Aufkommen moderner Haie, welche die Ichthyosaurier als hocheffiziente Nahrungskonkurrenten endgültig verdrängten.
The first ichthyosaurs appeared around 251 million years ago in the Lower Triassic (Olenekinian). These creatures still had an elongated, lizard-shaped habit and probably moved in the shallow water near the coast by wriggling their entire bodies. At the end of the Middle Triassic, the elongated ichthyosaurs disappeared and were replaced in the Upper Triassic by forms with a more spindle or torpedo-shaped body. At that time, these ichthyosaurs also conquered the open ocean habitat (McGOWAN & MOTANI, 2003). In the Middle Triassic, the ichthyosaurs showed their greatest diversity of forms.
The Ichthyosaur Cymbospondylus youngorum from Nevada was 17 meters long, weighed 45 tons and was the first giant creature to ever live on Earth. It probably took "only" about three million years from the first appearance of ichthyosaurs until they reached this body size around 246 million years ago (in the Middle Triassic).
Even though the ichthyosaur is the size of a sperm whale, the two have little in common, not even the evolutionary speed of their body growth.
"The evolutionary models show very clearly that ichthyosaurs had an initial size boom and became giants early in their evolutionary history, while whales took much longer to reach their maximum size."
In the Lower Jurassic (Black Jurassic, Lias Epsilon) the ichthyosaurs had their greatest diversity, and deep-diving species emerged. Several species or subspecies are known from the genus Stenopterygius alone. Particularly rich finds from this period are the Posidonia slate (Lias Epsilon) from Bad Boll, Ohmden and Holzmaden (near Stuttgart) in southern Germany. Over the course of many decades, these dark slates yielded approximately 3,000 specimens of the genera Stenopterygius, Eurhinosaurus and Temnodontosaurus. Stenopterygius is the most common genus of ichthyosaurs in the Holzmaden Posidonian Slate. Type specimens of the genus Ichthyosaurus were found in England. In the Cenomanian period, the ichthyosaurs died out around 94 million years ago.
Stenopterygius belongs to the group of advanced ichthyosaurs. Similar to modern tuna, it probably had a fairly stiff skeleton. It can also be assumed that he was a very good and fast swimmer simply by the movement of his fins. The streamlined body had a vertical tail fin. Additional, paddle-shaped front and hind fins, which have finger and toe phalanges, were primarily used for control. Like other reptiles, ichthyosaurs breathed through their lungs, so they had to surface from time to time - like today's whales - to take a breath.
The first exposure of a Stenopterygius with skin preservation by Bernhard Hauff in 1892 was sensational and initially controversial. Fatty proteins can be detected using modern methods.
The diet of ichthyosaurs can be described as carnivorous (mainly cephalopods) and has come down to us from the well-preserved remains of prey in the stomach region. Belemnite parts and fish scales as well as other vertebrate remains were found as stomach contents.
Ichthyosaurs developed very specialized teeth. In addition to purely fish-eating forms, there were also representatives with teeth for cracking hard-shelled food such as mussels, snails, ammonites, brachiopods, etc.
Ichthyosaurs were land vertebrates. They have secondarily switched back to life in the water. They were so adapted to life in the sea that they could no longer go on land to lay their eggs and gave birth to live young.
The shoulder girdle is not firmly attached to the skull as in fishes, and in their fins the upper and lower arm bones, carpal bones and finger bones can be distinguished.
A particularly characteristic feature of ichthyosaurs is the scleral ring, which is located in the outer skin of the eye and around the iris.
The scleral ring is a ring-shaped, bony reinforcement of the eye; it is also found in birds, the extinct dinosaurs, pterosaurs, and also some modern reptiles such as iguanas.
The scleral ring probably served to keep the ichthyosaurs' flat, non-round eyeballs in shape because their large eyes were exposed to varying water pressure while swimming. The part of the eyes closer to the snout was exposed to greater water pressure than the part further back.
The largest eye found in an ichthyosaur is also the largest eye of all vertebrates. It was 26.4 cm in diameter and belonged to Temnodontosaurus platyodon. The eyes were very bright and enabled hunting at great depths.
The scleral ring symbolizes the Posidonia slate from Holzmaden, which is why it was chosen as the logo for Fossiland.
Fischsaurier werden weltweit - vor allem in Übersee - nachgefragt, unter Sammlern sind sie zum Statussymbol geworden. Im asiatischen Raum erfreuen sich die Drachen-ähnlichen "Meeresungeheuer" aus Deutschland besonderer Beliebtheit. Ein Global Payer auf dem Fossiliennmarkt macht es schon mal vor und setzt sich für National Geographic in Szene: "As if frozen in mid-swim, an Ichthyosaurus fossil lends a Jurassic-era touch to Stefano Piccini’s home office in Italy. A paleontologist, geologist, and owner of Geoworld - a commercial fossil company that also sells natural science toys - Piccini excavated the 180-million-year-old fossil from a quarry in Germany."